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Missa Luna

Missa Luna, Cover

Missa Luna
Messe von Robert Kelz und Anna Kalcher

Preis: 15,00 Euro

Zwischen Himmel und Erde
oder
Was der Mond (luna) mit der Messe zu tun hat

Im Mittelpunkt steht der Mensch
Wenn Eucharistie als Feier des Lebens verstanden wird, so steht laut unserer Auffassung der Mensch im Mittelpunkt derselben - mit seinem Alltag und seinem darüber hinaus. Mit dem, was ihn bewegt, bedrängt und begeistert, mit dem, was ihn ausmacht. So wie das Licht der Luna unterschiedlich stark auf den Erdball fällt, scheint auch uns die Verbindung mit der göttlichen Kraft nicht immer bewußt. Während das Licht der Sonne statisch strahlt, ist die Mondin (in fast allen Sprachen ist das Wort für Mond weiblich) stets in Bewegung - für unser Auge ändert sie nicht nur ihre Gestalt, auch ihr unterschiedlich langer Weg, den sie Nacht für Nacht schreitet, ist deutlich zu sehen.

Himmelsfäden spinnen
Die Sonne bestrahlt den die Erde umwandernden Mond immer gleich stark; allein der Einfallswinkel oder ob die Erde dazwischen steht sind entscheidend für das volle, halbe oder gar nicht sehen des Himmelskörpers.
Selbst wenn wir um das Bewohntsein Gottes wissen, müssen wir es immer wieder fühlen. Das gemeinschaftliche Bekräftigen dieser Verschmolzenheit kann ein Feiermoment der Eucharistie sein. Daß das permanente in die Sonne schauen das Auge nicht bloß verletzen sondern sogar zu blenden imstande ist, das Licht des Mondes jedoch - verdünnt und milchig - niemals schmerzt, stellt eine weitere Bedeutungsebene da. Es braucht wiederum beides: das pure Destillat - erlebbar in tiefer Versenkung oder lautem Jubel - tropfenweise - und das Wasser des Alltags oder eines lauen Gebetes - zwar kein Wein aber immerhin Wasser. Durststillend und letztlich lebensnotwendig.

In Missa Luna geht es um das Und
In der Missa Luna geht es um das Und. Um das Verknüpfen von Tag und Nacht, von Himmel und Erde, von Alltag und Mystik, von Freude und Trauer, von Weiblichem und Männlichem. Gerade letzteres wird rundheraus beim Namen genannt - das Du und Dir richtet sich an Gott, der auch als Göttin angesprochen wird; im Sinne von sowohl als auch, (der Mensch als Ebenbild geschaffen, als Mann und Frau) Hiermit spannt sich der Bogen vom heutigen Christentum bis zu vorchristlichen Religionen, deren Riten und Symbole das Christentum teilweise aufgriff, zum Teil den neuen Glaubenssätzen anglich und - leider zum Großteil bekämpfte.

Missa Luna wagt es, verschiedene spirituelle Ansätze um eine gemeinsame Mitte zu stellen - und die verschiedenen Haut- und Klangfarben tatsächlich auszusprechen - mehr noch - zu singen - und das alles zwischen Himmel und Erde, wo der Blick weder Gold noch Kirchenkuppel trifft sondern die Menschen rundum. Wo die Weite der Landschaft Toleranz und Freigeistigkeit zuläßt - und wo Begegnung mit dem Göttlichen geschehen darf - denn diese ist nicht machbar - wie fromm unsre Gebetsräume und -formein auch sind.
Missa Luna möchte nicht in eine Schublade gelegt werden, sie möchte gefeiert werden - und vorallem - gesungen.